OMM Phantom 20

Ein super leichter, wasserfester Laufrucksack (nur 315 Gramm inkl Beckengurt) der sich super einstellen lässt wenn du nicht zu schmal gebaut bist. Einmal angepasst sitzt er wie angegossen. Die Verarbeitung und die verschweißten Nähte weist schon beim ersten Blick auf gute Qualität und Wetterfestigkeit hin. Der OMM Phantom 20 wird mit abnehmbaren Beckenpads geliefert, die je nach Bedarf ganz einfach entfernt oder angesteckt werden können. Lässt man sie dran, hat man zwei weitere Reißverschlusstaschen für Gel, Riegel oder Blasenpflaster zur Vefügung. Auch der kleine Kunstoffkaranbiner zur Sicherung eines Schlüssels ist hier wie bei der Trail Vest von OMM vorhanden und gut erreichbar.  Der Gurt nimmt das Gewicht ausreichend ab, so dass der Schultergürtel entlastet wird und das Gewicht dann ordentlich auf dem Becken sitzt. Das störte trotz über 7kg Balast weder beim uphill noch beim zügigen technischen downhill.

Ich habe den OMM Phantom 20 bei einem 45km Trainingslauf im Wettersteingebirge dabei gehabt. Alles drin, was in den Bergen benötigt wird inklusive Yaktrax und zwei vollen 0,7l Trinkflaschen, für die sich links und rechts am Rücksack ausreichend Platz findet. 7,5kg Gesamtgewicht.

Um während dem Laufen mit einer Hand an die Flaschen ran zu kommen, braucht es schon überdurchschnittliche Mobiliät in den Schultergelenken. Mir ist es nicht gelungen ohne den Rucksack abzusetzen. Meine Mobilität in den Schultergelenken und im oberen Rücken entspricht etwa der Norm, so das dies eigentlich möglich gewesen sein sollte. Extra Platz für eine Trinkblase ist bei diesem Modell nicht vorgesehen. Diese müsste dann ggf im Hauptfach zusätzlich mit untergebracht werden; das ist aber sicher Geschmacksache.  Vom Packvolumen her gibt es absolut nichts zu mäkeln. Sogar die Stöcke können nach etwas Übung aussen am Phantom 2ß sicher befestigt werden und halten beim laufen sehr gut. 
Der Rucksack hat ein großes Hauptfach für das man schon eine gute Grundorganisation braucht, um im Zweifel alles zu finden. Wer mit farbigen Tüten arbeitet mag hier ganz gut klar kommen. Auf der Oberfläche ist eine Tasche aufgenäht in der Handy, Schlüssel und ein kleiner Geldbeutel wasserfest verstaut und griffbereit sind.

Beim Test dabei hatte ich auch die H2OMM bottle im Goretex-Halter, der laut Hersteller ganz einfach am Schulterriemen befestigt werden kann. Nach ein paar Minuten gefummel hatte ich das Ding dann endlich dran. Aber nach den ersten gelaufenen 50m war mir klar das ist absoluter Mist! Die Flasche wackelt sowohl im vollen als auch halbvollen Zustand ordentlich hin und her und die Verbindung zum Riemen ist völlig instabil. Nach 200m war ich dann so genervt das ich die Flasche halbleer im Rucksack verstaut habe. Ich würde meinen relativ aufrecht. Trotzdem: Ich musste nach einiger Zeit feststellen das sie nicht ganz dicht ist. 

Fazit: der Phantom 20 trägt sich äusserst angenehm, ist wetter- und regenfest und unglaublich leicht. Das große Hauptfach bietet ausreichend Platz auch für lightweight Mehrtagestouren. Wer gut organisiert ist kommt mit einem Hauptfach ohne Unterteilung sicherlich gut aus. Das Trinksystem ist hier sicherlich noch zu überarbeiten und optimierbar. Wen es nicht stört, den Rucksack zum trinken abzunehmen, ist mit diesem Modell um die 100€ gut bedient. Ich werde den OMM Phantom 20 für kleinere Touren nutzen, bei denen ich aber nicht regelmässig auf Trinken durch Eigenversorgung angewiesen bin. Leider ist der Compressorpod der Trail Weste nicht mit dem Phantom 20 kompatibel. Das wären dann nochmal 5l Packvolumen zusätzlich. Wer den Beckengurt weg lässt hat einen 215 Gramm leichten Rucksack mit jeder Menge Stauraum zur Verfügung, der ein vielseitiges Einsatzfeld bietet. Jetzt noch Innentaschen, bzw. eine Gepäckraumaufteilung und der Phantom 20 von OMM ist ein klarer Konkurrent für Hoka, Oxitis und Co.

 OMM Phantom 20   OMM Flasche 0,5l im GoreTex Halter