Etappe 19 - zugepackt !

Ich hatte mich für den Start um 6 Uhr entschieden. Lieber eine Stunde mehr schlafen, im Rhytmus und oben etwas mehr Zeit haben. Die angedrohte Gepäckkontrolle zwecks der Pflichtausrüstung blieb aus. Ich glaube der Veranstalter hat es nach den neuerlichen Virusattacken in der Nacht bei einigen Läufern schlichtweg vergessen. 

Am Berg gibt es keine Gnade und so ist klar das das Komplettprogramm im Rucksack war. Mit etwa 15 anderen ging es um 6 Uhr los. Der Großteil startete bereits um 5 Uhr weil doch alle sehr großen Respekt vor der Etappe hatten. Einige Läufer waren deutlich gezeichnet von den Strapazen der vergangenen Tage und vom kursierenden Virus. Da hatte ich wirklich Glück, das mich das nicht betroffen hat. 

Zunächst ging es zur Partnachklamm. Wer bis hierher ohne Licht unterwegs war fing ziemlich schnell an die Lampe raus zu holen. In den kleinen Tunnels war quasi keine Sicht zu dieser frühen Uhrzeit. Am Ende der Klamm hatte ich für einen kurzen Moment nicht aufgepasst und mir dermaßen den Kopf angeschlagen, das keine Lampe der Welt in den nächsten Sekunden das Licht anbekommen hätte. Aua, bzw AUA. Ein kurzer Griff unter die Mütze und ein Blick auf blutige Finger verrieten die Schramme. Aber alles halb so wild und es ging zügig weiter Richtung Reintalangerhütte. Auf halben Weg ein lächelnder Wanderer mit den Worten "hallo Chris, ich wollt mal sehen wie es dir geht". Wow. Roland aus Ulm. Extra Nachts um 3 Uhr los gefahren um mich beim Endspurt auf die Zugspitze anzufeuern. Sehr cool Roland und vielen Dank für diese tolle Überraschung.

Nach einer kurzen Einkehr an der Reinatalangerhütte ging es zügig weiter Richtung Ziel. Nun wird der Weg steiler und immer anspurchsvoller bis zur Knorrhütte. Noch mal Flüssigkeit aufnehmen und dann ab zum Sonnalpin - dem Ziel des Deutschlandlauf 2017.

200m vor dem Ziel winkt Richard. Extra gekommen um mich da oben am Ende meines "Lebenslauf" in Empfang zu nehmen. Ich bin sehr gerührt und wir wissen beide was es dem anderen bedeutet als wir uns in die Arme fallen. 
Dann geht`s weiter ins Ziel . . . Ein Wahnsinns Gefühl.

Am Ziel. Geschafft. Deutschlandläufer. Stolz. Emotional. Glücklich. Zufrieden. Unwirklich.

Den letzten Anstieg zum Gipfel nehmen wir mit der Bahn. Ein Gipfelbild will ich trotzdem. Das Schotterfeld ist gerappelt voll mit wackeligen Wanderern. Die Beine fühlen sich topfit an, aber das war sicher endorphinbedingt. Die Zugspitze wird noch eine Weile da sein und dann geh ich in aller Ruhe mit einem lieben Menschen da rauf und genieße dieses Gefühl nochmal.

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