Etappe 8

Der Tag beginnt mit einer Odyssee an den Füßen. Bis alles versorgt war dauerte es fast eine 3/4 Stunde. Das kann ja heiter werden. 

Aber es kam noch dicker. Jetzt ist klar, das Babett mit diesem shint splint aus dem Rennen ist. Sicherlich ist auch ihr Ausfall den extrem harten Etappen bis hierhin geschuldet. Leider ist auch kein Physio Team vor Ort um die lädierten Läuferbeine etwas zu entlasten und am Leben zu halten. Babett ist das 13. Opfer mit shint splint, das aus dem Rennen gehen muss. Das spricht für sich. Die Masseurin die auch Mädchen für alles ist kann ihrem Arbeitsaufkommen gar nicht gerecht werden. Sie macht so schon immer bist das Licht aus geht. 

Der Tag beginnt und pünktlich beginnt es zu regnen. Und wie ! Es schüttet wie aus Kübeln und das Wasser läuft in Bächen über die Straßen und Wege. Das kann heiter werden. 83km sind heute zu bewältigen. Nach der ersten Verpflegung an der Bundesstraße laufe ich flott weiter. Man ist das ja jetzt gewohnt stupid an der Bundesstraße und so habe ich eine Abzweigung verpasst. Die Markierung weg gewaschen von diesem Regen. Das tut weh! Knapp zwei zusätzliche km zurück und dann an einem Kanal entlang Richtung Dortmund. Hier geht es mittem durch die Stadt. Tote Hose, war ja erst 7:15 Uhr. Sehr mutig heute vom Veranstalter die Überquerung einer nicht gesicherten Gleisanlage! Ich muss glatt mal nachlesen was dazu im Regelbuch des DLL steht. 

Meine Füße schmerzen mittlerweile wieder enorm. Zwischendurch hatte ich wieder Schuhe gewechselt und versucht das Übel darin zu ignorieren. Aber heute geht das gar nicht. Ich schleppe mich nach Wuppertal. Schwebebahn, stinkende Autos, schöner grüner Wald irgendein langer Tunnel und das Tief meines Lebens. Ich hatte ich das Gefühl hier geht einfach alles kaputt. Das ist es nicht wert. Am Tag zuvor kommt ein Zeitungsartikel über mich. Leitsatz: "Laufen muss einfach Spaß machen sonst funktioniert das nicht richtig". Das verfolgt mich hier den ganzen Tag. Macht das hier noch Spaß? Kilometer schruppen bis man stehend ko ist? Asphaltautobahnen abarbeiten und dabei die Leichtigkeit des Laufens verlieren? Warum sollte man sich diesen Schmerz unnötig zuführen? "Wenn ich mal so daher komme höre ich auf" hatte ich mal gesagt. So nicht. Und so beschliesse ich diese Etappe zu Ende zu bringen. Kämpfen muss man und verlieren mit Anstand.
Dann traf ich Robert und Bernhard und irgendwie fing es an bei einer spaßigen Plauderei wieder runder zu werden. Also ich spreche von runder und nicht von rund. Aber das war ok. In Solingen war ich dann nach knapp 14h. Vorher durften wir noch den Ein oder Anderen knackigen Anstieg bewältigen. Wenn ich morgen nicht an den Start gehen kann werde ich pausieren bis es eben wieder geht und dann einfach weiter machen. Ich lasse mir von einer mittelprächtig organisierten Veranstaltung nicht meine Laufleidenschaft und den Spaß daran nehmen. Aber auf die Zugspitze gehe ich !

Man muss ja nicht DortmundFan sein aber das hat was  Wuppertal  lang und kalt war`s da drin   

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